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Was ist eine Aktie?

Eine Aktie ist ein kleines Stück eines Unternehmens. Wer sie besitzt, ist Miteigentümer. Klingt groß, ist aber ganz einfach.

Ein Unternehmen in Stücken

Stell dir eine Pizzeria vor. Sie läuft gut, und die Besitzerin möchte eine zweite Filiale eröffnen. Dafür fehlt ihr Geld. Statt einen großen Kredit aufzunehmen, teilt sie ihr Unternehmen in gleich große Stücke auf und verkauft einige davon. Jedes dieser Stücke ist eine Aktie. Wer eine kauft, gibt der Pizzeria Geld und bekommt dafür einen Anteil am Unternehmen. Genau so funktioniert es auch bei Siemens, Adidas oder SAP, nur in viel größerem Maßstab.

Das Unternehmen als Pizza: Sie ist in 8 gleich große Stücke geteilt. Ein Stück hebt sich heraus und trägt das Etikett „1 Aktie“. Wer dieses Stück besitzt, besitzt ein Achtel des Unternehmens.

Was dir ein Stück bringt

Mit einer Aktie bist du Miteigentümer. Das ist mehr als ein Wort. Du hast Anspruch auf einen Teil des Gewinns, wenn das Unternehmen ihn ausschüttet. Diese Ausschüttung heißt Dividende. Du darfst auf der Hauptversammlung abstimmen, dem jährlichen Treffen aller Aktionäre. Und wenn das Unternehmen an Wert gewinnt, steigt meist auch der Wert deines Stücks. Läuft es schlecht, kann er genauso fallen.

Ein Beispiel mit Zahlen

Sagen wir, die Pizzeria ist insgesamt 80.000 Euro wert. Geteilt durch 8 Stücke ist jede Aktie 10.000 Euro wert. Die zweite Filiale läuft gut, und ein Jahr später ist das ganze Unternehmen 120.000 Euro wert. Dann ist auch dein Stück mehr wert: 15.000 Euro. Du hast dafür nichts weiter getan, als Miteigentümer zu sein. Umgekehrt gilt das genauso. Bleiben die Gäste aus und sinkt der Wert der Pizzeria auf 40.000 Euro, ist dein Stück nur noch 5.000 Euro wert.

1 Mrd.+

So viele Aktien hat SAP ausgegeben. Bei großen Konzernen ist die Pizza also in mehr als eine Milliarde Stücke geschnitten.

Kleine Stücke, großes Unternehmen

Unsere Pizzeria hat 8 Stücke. Ein großer Konzern hat oft Hunderte Millionen oder sogar Milliarden. Mit einer einzelnen Aktie besitzt du deshalb nur einen winzigen Bruchteil. Das ist völlig normal. Du musst kein Großinvestor sein, um mitzumachen. Schon mit einem kleinen Betrag kannst du Miteigentümer eines Unternehmens werden, dessen Produkte du jeden Tag benutzt. Unternehmen, die Aktien ausgeben, haben in Deutschland meist die Rechtsform AG (Aktiengesellschaft) oder SE (Europäische Gesellschaft).

Ein häufiges Missverständnis: Mit einer Aktie gehört dir nicht ein bestimmter Stuhl oder eine bestimmte Maschine. Dir gehört ein Anteil am ganzen Unternehmen, mit all seinen Gebäuden, Ideen, Schulden und Gewinnen.

Das Risiko ehrlich betrachtet

Eine Aktie ist kein Sparbuch. Es gibt keinen festen Zins und keine Garantie. Wenn das Unternehmen wächst, kann deine Aktie viel mehr wert werden. Wenn es scheitert, kann sie im schlimmsten Fall wertlos werden. Eine gute Nachricht gibt es aber: Mehr als deinen Einsatz kannst du nicht verlieren. Hat die Pizzeria Schulden, musst du als Aktionär nicht dafür geradestehen. Dein Risiko ist auf das Geld begrenzt, das du für die Aktie bezahlt hast. Bei einem Kredit an die Pizzeria wäre es übrigens umgekehrt: feste Zinsen, aber keine Beteiligung am Erfolg.

Und wo kauft man so ein Stück?

Bleibt eine Frage. Die Pizzeria kann ihre Stücke an Freunde und Nachbarn verkaufen. Aber was ist, wenn du dein Stück später wieder loswerden willst? Und wie findet ein großer Konzern Millionen von Käufern? Dafür gibt es einen Ort, an dem sich Käufer und Verkäufer treffen: die Börse. Um sie geht es im nächsten Kapitel.

Kurz gesagt

  • Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen. Wer sie besitzt, ist Miteigentümer.
  • Aktionäre können an Gewinnen teilhaben, auf der Hauptversammlung abstimmen und von Wertsteigerungen profitieren.
  • Der Wert kann steigen und fallen. Verlieren kannst du höchstens den Betrag, den du eingesetzt hast.