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Kapitel 4 von 10 5 Min.

Dividenden

Wenn ein Unternehmen Gewinn macht, kann es einen Teil davon an seine Eigentümer auszahlen. Diese Ausschüttung heißt Dividende.

Dein Anteil am Gewinn

Als Aktionär bist du Miteigentümer. Und Eigentümer haben ein Recht auf den Gewinn. Am Ende eines Geschäftsjahres steht ein Unternehmen vor einer Wahl: Es kann den Gewinn behalten und investieren, etwa in neue Produkte oder Fabriken. Oder es zahlt einen Teil an seine Aktionäre aus. Diese Auszahlung ist die Dividende. Sie wird pro Aktie angegeben. Zahlt ein Unternehmen 2,40 Euro Dividende und du hast eine Aktie, bekommst du 2,40 Euro, vor Steuern.

Aus dem Unternehmen fällt eine Münze direkt in die Geldbörse des Aktionärs. Der Zähler springt auf „+ 2,40 €“. Dafür musste nichts verkauft werden.

Wie das in Deutschland abläuft

Deutsche Unternehmen zahlen ihre Dividende meist einmal im Jahr. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen eine Höhe vor, und die Aktionäre stimmen auf der Hauptversammlung darüber ab. Die meisten Hauptversammlungen finden im Frühjahr statt, vor allem zwischen April und Juni. Am Geschäftstag danach wird die Aktie ohne Dividende gehandelt, man spricht vom Ex-Tag. Fällig ist die Dividende laut Aktiengesetz in der Regel am dritten Geschäftstag nach der Hauptversammlung. Ein späterer Termin ist erlaubt. Das Geld landet automatisch auf dem Verrechnungskonto bei deinem Broker. Du musst nichts beantragen.

1 × pro Jahr

So oft zahlen die meisten deutschen Aktiengesellschaften eine Dividende. Viele US-Unternehmen zahlen dagegen vierteljährlich.

Die Dividendenrendite

Um Dividenden zu vergleichen, setzt man sie ins Verhältnis zum Kurs. Kostet eine Aktie 60 Euro und zahlt sie 2,40 Euro Dividende, beträgt die Dividendenrendite 4 Prozent. Eine hohe Zahl sieht verlockend aus, sagt aber allein wenig. Manchmal ist sie nur hoch, weil der Kurs stark gefallen ist, etwa weil das Geschäft schwächelt. Und Unternehmen können ihre Dividende jederzeit kürzen oder streichen. Eine Garantie gibt es nicht.

Eine Dividende ist kein geschenktes Geld. Am Ex-Tag fällt der Kurs der Aktie in der Regel ungefähr um den Betrag der Dividende. Das Geld wandert vom Unternehmen zu dir. Dein Vermögen ist im ersten Moment also nicht größer, es liegt nur an einer anderen Stelle.

Nicht jedes Unternehmen zahlt

Gerade junge, schnell wachsende Unternehmen zahlen oft gar keine Dividende. Sie stecken jeden Euro in ihr Wachstum. Das ist nicht schlechter, nur anders. Als Aktionär profitierst du dann, wenn das Unternehmen dadurch wertvoller wird und der Kurs steigt. Ältere, etablierte Firmen mit stabilem Geschäft schütten dagegen häufig einen großen Teil ihres Gewinns aus. Ob ein Unternehmen Dividende zahlt, sagt also nichts darüber, ob es ein gutes Unternehmen ist. Viele DAX-Konzerne wie die Allianz oder die Deutsche Telekom sind für regelmäßige Ausschüttungen bekannt. Übrigens: Der DAX selbst ist ein Performanceindex. Er rechnet so, als würden alle Dividenden sofort wieder angelegt.

Und die Steuer?

Dividenden sind Kapitalerträge. In Deutschland fällt darauf Abgeltungsteuer an: 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 Prozent, gegebenenfalls zusätzlich Kirchensteuer. Bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr bleiben deine Kapitalerträge aber steuerfrei. Für zusammen veranlagte Paare sind es 2.000 Euro. Damit das klappt, erteilst du deinem Broker einen Freistellungsauftrag. Ohne ihn zieht eine Bank in Deutschland die Steuer automatisch ab.

Was du mit der Dividende machen kannst

Du kannst die Dividende ausgeben, für einen schönen Abend oder ein neues Paar Schuhe. Oder du legst sie wieder an und kaufst davon weitere Aktien. Dann bekommst du im nächsten Jahr Dividende auf mehr Aktien. Und im Jahr danach noch etwas mehr. Dieser Effekt hat einen Namen, und er ist einer der stärksten in der Geldanlage: der Zinseszins. Um ihn geht es im nächsten Kapitel.

Kurz gesagt

  • Eine Dividende ist der Teil des Gewinns, den ein Unternehmen pro Aktie an seine Aktionäre auszahlt.
  • In Deutschland wird meist einmal im Jahr gezahlt, kurz nach der Hauptversammlung im Frühjahr.
  • Dividenden sind nicht garantiert, und am Ex-Tag sinkt der Kurs meist um ungefähr den ausgezahlten Betrag.