Depot und Broker
Um Aktien zu kaufen, brauchst du ein Depot. Das klingt nach Bürokratie, ist aber heute meist in wenigen Minuten erledigt. Hier erfährst du, was ein Depot ist und welche Anbieter es gibt.
Was ein Depot ist
Ein Depot ist ein Konto für Wertpapiere. Auf einem Girokonto liegt Geld, in einem Depot liegen Aktien, ETFs und andere Wertpapiere. Dazu gehört fast immer ein Verrechnungskonto. Von dort wird bezahlt, wenn du etwas kaufst, und dorthin fließt das Geld, wenn du verkaufst oder eine Dividende bekommst. Der Anbieter, der dein Depot führt und deine Aufträge an die Börse weiterleitet, heißt Broker oder depotführende Bank.
Drei Arten von Anbietern
Grob lassen sich drei Typen unterscheiden. Die Filialbank ist die klassische Bank mit Geschäftsstellen vor Ort. Dort kannst du persönlich mit jemandem sprechen, die Gebühren pro Kauf und für das Depot sind aber oft höher. Der Onlinebroker, häufig eine Direktbank, arbeitet ohne Filialen über Website und App. Er bietet meist viele Handelsplätze und Wertpapiere zu niedrigeren Kosten. Der Neobroker ist ganz auf das Smartphone ausgelegt. Er ist besonders einfach zu bedienen und oft sehr günstig, bietet dafür manchmal weniger Handelsplätze oder Funktionen. Welcher Typ zu dir passt, hängt davon ab, was dir wichtig ist: Beratung, Auswahl oder Einfachheit.
Worauf du beim Vergleich achten kannst
Statt auf Werbung zu schauen, hilft eine nüchterne Liste. Was kostet ein Kauf oder Verkauf? Gibt es eine Gebühr für das Depot selbst? Kann man Sparpläne einrichten, und was kosten sie? Über welche Handelsplätze kannst du handeln? Führt der Anbieter die Steuer in Deutschland automatisch ab, oder musst du dich selbst darum kümmern? Und welche Einlagensicherung gilt für das Geld auf dem Verrechnungskonto? Schau außerdem, ob der Anbieter von der BaFin oder einer anderen europäischen Aufsicht zugelassen ist.
Ein Detail mit großer Wirkung: Ein Anbieter mit Sitz oder Niederlassung in Deutschland zieht die Steuer automatisch ab und berücksichtigt deinen Freistellungsauftrag. Bei manchen Anbietern aus dem Ausland musst du deine Erträge selbst in der Steuererklärung angeben.
Was passiert, wenn der Broker pleitegeht?
Diese Sorge ist verständlich, die Antwort beruhigt. Wertpapiere in deinem Depot gehören weiterhin dir, nicht dem Broker. Sie gelten als Sondervermögen. Das heißt: Sie werden getrennt vom Vermögen der Bank verwahrt und fallen bei einer Pleite nicht in die Insolvenzmasse. Du kannst verlangen, dass sie herausgegeben oder auf ein anderes Depot übertragen werden. Das kann etwas dauern und lästig sein, aber deine Aktien bleiben deine Aktien. Wichtig: Das schützt dich vor der Pleite des Brokers, nicht vor fallenden Kursen. Die Einlagensicherung gilt übrigens nur für Geld, nicht für Wertpapiere.
So viel Guthaben auf dem Verrechnungskonto schützt die gesetzliche Einlagensicherung in der EU pro Person und Bank.
So läuft die Eröffnung ab
Die Eröffnung ist heute meist online möglich. Du gibst deine persönlichen Daten und deine Steuer-Identifikationsnummer an und beantwortest Fragen zu deiner Erfahrung mit Wertpapieren. Das ist gesetzlich vorgeschrieben und dient dazu, dich vor Produkten zu warnen, die nicht zu dir passen. Danach bestätigst du deine Identität, oft per Video oder über die Online-Funktion deines Personalausweises. Ist das Depot freigeschaltet, überweist du Geld auf das Verrechnungskonto. Erst dann kannst du kaufen. Ein Depot zu haben kostet bei vielen Anbietern nichts, und du musst es nicht sofort nutzen.
Ein günstiger Broker macht aus einer schlechten Entscheidung keine gute. Die Wahl des Depots ist wichtig, aber noch wichtiger ist, was du hineinlegst und wie lange du dabeibleibst.
Kurz gesagt
- Ein Depot ist ein Konto für Wertpapiere, meist mit einem Verrechnungskonto für das Geld.
- Filialbank, Onlinebroker und Neobroker unterscheiden sich vor allem bei Kosten, Auswahl und Beratung.
- Wertpapiere im Depot sind Sondervermögen und bleiben dein Eigentum, auch wenn der Broker pleitegeht.