Deine erste Aktie
Du kennst jetzt die Grundlagen. Zum Schluss geht es um die Praxis: vier ruhige Schritte, mit denen du anfangen kannst, ohne etwas zu überstürzen.
Kein Grund zur Eile
Viele haben das Gefühl, sie hätten schon zu lange gewartet. Das erzeugt Druck, und Druck führt zu schnellen Entscheidungen. Dabei kommt es an der Börse nicht auf den perfekten Tag an, sondern auf einen guten Plan und viel Zeit. Die folgenden vier Schritte sind kein Geheimrezept. Sie sind eine sinnvolle Reihenfolge, damit dein Einstieg auf festem Boden steht.
Schritt 1: Ziele und Notgroschen
Bevor du investierst, kläre zwei Dinge. Erstens: Wofür legst du an, und wann brauchst du das Geld? Aktien eignen sich für Ziele, die viele Jahre entfernt sind, nicht für den Urlaub im nächsten Sommer. Zweitens: Hast du einen Notgroschen? Gemeint ist eine Reserve auf einem Tagesgeld- oder Girokonto, mit der du eine kaputte Waschmaschine oder ein paar Monate mit weniger Einkommen überbrückst. Oft werden drei Monatsausgaben genannt, manchen gibt mehr ein gutes Gefühl. Teure Schulden, etwa ein Dispokredit, solltest du vorher abbauen.
So viele Monatsausgaben werden oft als Notgroschen genannt, bevor man mit dem Investieren beginnt.
Schritt 2: Ein Depot eröffnen
Im Kapitel über Depot und Broker hast du die verschiedenen Anbietertypen kennengelernt. Vergleiche in Ruhe Kosten, Auswahl und Bedienung. Achte darauf, ob der Anbieter die Steuer für dich abführt, und erteile gleich einen Freistellungsauftrag. Die Eröffnung kostet meist nur ein paar Minuten und oft kein Geld. Ein Depot verpflichtet dich zu nichts. Du kannst es eröffnen und erst kaufen, wenn du dich bereit fühlst.
Schritt 3: Klein anfangen
Dein erster Kauf muss nicht groß sein. Viele beginnen mit einem Sparplan. Dabei legst du einen festen Betrag fest, etwa 25 oder 50 Euro im Monat, der automatisch investiert wird. Das hat drei Vorteile. Du gewöhnst dich an Schwankungen, während noch wenig auf dem Spiel steht. Du musst nicht den richtigen Zeitpunkt suchen, weil du regelmäßig kaufst. Und du baust eine Gewohnheit auf, die über Jahre wirkt. Wähle, was du kaufst, mit dem Wissen aus diesem Kurs: breit gestreut, mit niedrigen Kosten und so, dass du verstehst, was drin ist.
Deine erste Order
Wenn du einen einzelnen Kauf statt eines Sparplans machst, gibst du eine Order auf. Du wählst das Wertpapier, meist über seine ISIN, eine zwölfstellige Kennung aus Buchstaben und Ziffern, die es eindeutig macht. Dann legst du fest, wie viel du kaufen willst, und wählst den Handelsplatz. Mit einem Limit bestimmst du den höchsten Preis, den du zahlen willst. So erlebst du keine Überraschung, falls der Kurs gerade springt. Prüfe vor dem Absenden noch einmal alles in Ruhe. Nach dem Kauf erscheint das Wertpapier in deiner Depotübersicht.
Schritt 4: Dranbleiben
Der schwierigste Teil kommt nach dem Kauf. Irgendwann wird dein Depot im Minus stehen, vielleicht deutlich. Das ist der Moment, in dem viele verkaufen und Verluste festschreiben. Hilfreich ist, sich vorher eine Regel zu geben: Ich schaue nicht täglich ins Depot. Ich verkaufe nicht aus Angst. Ich prüfe einmal im Jahr, ob alles noch zu meinen Zielen passt. Wer so ruhig bleibt, gibt seinem Geld die Zeit, die es braucht.
Der beste Zeitpunkt zum Anfangen ist der, an dem dein Notgroschen steht und du weißt, was du kaufst und warum. Nicht der, an dem alle darüber reden.
BeInStocks erklärt, wie Aktien funktionieren. Welche Wertpapiere zu dir passen, entscheidest du selbst. Wir geben keine Anlageempfehlungen und empfehlen keine Anbieter.
Kurz gesagt
- Kläre zuerst deine Ziele und lege einen Notgroschen an, bevor du investierst.
- Eröffne ein Depot, das zu dir passt, und fang klein an, zum Beispiel mit einem Sparplan.
- Bleib langfristig dabei und verkaufe nicht aus Angst, wenn die Kurse fallen.
Geschafft! Du kennst jetzt die Grundlagen.
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